Wichtige Vorüberlegungen:
Jedem der sich für diese
faszinierenden Tiere interessiert, sollte klar sein, dass Vogelspinnen keine
Kuscheltiere sind. Auch bauen sie keinerlei Bezug zu ihrem Besitzer bzw. zu
einem Menschen auf. Es sind wilde Tiere, die man zur Beobachtung in einem
Terrarium hält und nur zu Gesundheitskontrolle aus diesem herausnehmen
sollte. Vogelspinnen lassen sich nicht dressieren, sie nehmen auch keine
Befehle an, wie z. B. ein Hund und können unter Umständen sehr gereizt
reagieren. Der Biss einer Vogelspinne ist zwar sehr schmerzhaft, ihr Gift
reicht aber nicht aus, um einen gesunden Menschen, ernsthaft in Lebensgefahr
zu bringen. In den meisten Büchern wird ihre Giftigkeit, mit der von Bienen
und Wespen verglichen.
Welche Vogelspinne zu empfehlen ist:
Unter einer "Anfängervogelspinne" versteht man, dass das Tier ein ruhiges
Wesen hat und sich häufig sichtbar im Terrarium aufhält, weil man als Anfänger
seine Vogelspinne natürlich gerne sehen möchte. Ebenfalls als wichtig sehe
ich es an, dass die Vogelspinne robust ist und den einen oder anderen
Haltungsfehler nicht gleich mit ihrem Leben bezahlt. Die Haltungsparameter
sollten bei den meisten Vogelspinnen, relativ problemlos einhaltbar sein.
Als besonders gut geeignete Einsteigervogelspinnen gelten die meisten
Grammostola und
Brachypelma Arten. Als regelrechte Anfängervogelspinne wird
derzeit fälschlicherweise, Grammostola rosea angeboten, die aber aufgrund ihrer sehr langen
Fresspausen einen Anfänger schon mal zur Verzweiflung bringen kann. So gibt es
Berichte, in denen eine Grammostola rosea schon einmal bis zu 1,5 Jahre kein
Fressen annahm. im Normalfall ist es ca. 1 Jahr.
Brachypelma Arten sind zum großen Teil sehr farbenprächtig und in der Regel
einfach zu halten. Als sehr anfängertauglich würde ich
Brachypelma smithi
bezeichnen, die wohl durch die Medien bekannteste Vogelspinne der Welt. Sie
wurde schon in vielen TV Shows, Werbefilmen etc. eingesetzt und ist den
meisten Menschen daher bekannt.
Ein wichtiger Punkt:
Es kommt immer wieder vor, das sich eine Vogelspinne, die im Allgemeinen als
"friedlich" beschrieben wird, sich nicht so verhält. Hier sollte man wissen,
dass es eigentlich keine "friedlichen" und "aggressiven" Vogelspinnen gibt.
Man unterscheidet lediglich ihre Verteidigungsweisen. Vogelspinnen aus den
Neuwestlichen Ländern (Amerikanischen Raum) verteidigen sich durch das
Abstreifen von sogenannten "Brennhaaren". Während sich Afrikanische und
Asiatische Vogelspinnen mit Beinschlagen und Giftbiss verteidigen, da diese
Vogelspinnen keine Brennhaare besitzen, die sie zur Verteidigung einsetzen
können.
Das Wesen einer Vogelspinne sollte nur
zweitrangig für die Anschaffung sein. Viel wichtiger ist es, sich darüber im
klaren zu werden, dass Vogelspinnen je nach Herkunft, Gattung und Art, ihre
Ansprüche haben und Verhaltens- gerecht untergebracht werden wollen. Daher
sollten die Haltungs- bedingungen vor jeder neuen Vogelspinne, vom Halter
eingeholt werden.
Alle Jahre wieder!
Vogelspinnen sind keine Weihnachtstiere, man verschenkt keine Vogelspinne an
Freunde, bekannte oder Familienangehörige zu dieser Jahreszeit. Denn nicht
selten landen die Tiere in falschen, und viel zu kleinen Behältern oder
werden sogar willkürlich draußen ausgesetzt. Dieses liegt oft daran, dass
sich die Beschenkte Person, mit einer Vogelspinnen gar nicht oder nicht
ausreichend auskennt und bereits nach kurzer Zeit dann auch das Interesse
verliert. Bitte vermeidet daher ein solches Weihnachtsgeschenk!
Wichtig ist auf alle fälle,
dass man sich vor der Anschaffung
einer Vogelspinne gut informiert.
Bitte lesen sie sich erst schlau, dem Tier zur liebe.
Danke!