Aufzucht von Slings (Spiderlinge)

Wer sich Vogelspinnen hält, wird früher oder später auch einen Sling oder auch Spiderling (Jungtier) groß ziehen wollen. Allerdings ist dieses nicht immer so einfach, da die kleinen Schützlinge etwas anfälliger sind, als ihre großen Geschwister. Aber mit ein wenig "Vorsicht" bekommt man auch dieses relativ gut hin. Ein paar Tipps möchte ich hier mit auf den Weg geben.

Rechts auf dem Bild ist eine
10 cm Durchmesser große Box eingerichtet für eine Zwergvogelspinne.

Welche Altersstufen einer Vogelspinne unterscheidet man?

* Sling (Spiderling)
* Juvenil
* Subadult
* Adult

(Die häufig verwendete Abkürzung FH steht für Fresshaut) >Fachwörter<

Welches Futter gibt es?

Im Zoofachandel, auf Börsen und im Internet gibt es folgende, gängige Futtertiere in unterschiedlichen Größen zu erwerben:

* Heimchen
* Grillen
* Steppengrillen
* Mittelmeergrillen
* Heuschrecken
* Schaben
* Zophobas
* Fruchtfliegen (Drosophila)

Der Sling oder auch Spiderling genannt, ist das kleinste Stadium in der eine Vogelspinne Futter zu sich nimmt. Diese kleinen Jungtiere hält man am besten in entsprechend kleinen bzw großen Behältern wie Beispielsweise in Heimchendosen oder Filmdosen, in denen man oben Luftlöcher zur Belüftung, in den Deckel vor sticht. Als Bodengrund kann man Blumenerde verwenden, die je nach Vogelspinnenart relativ feucht gehalten werden sollte, da die Jungtiere doch recht schnell austrocknen können. Auch für die Jungtiere sollte eine Versteckmöglichkeit vorhanden sein und je nach Lebensweise (Röhren,- Boden,- oder Baumbewohner) eingerichtet sein.

Anmerkung:
Interessant hierbei ist, dass sich einige Vogelspinnen als Spiderling tatsächlich hauptsächlich auf  oder sogar im Boden aufhalten, obwohl ihre Lebensweise eigentlich eine völlig andere ist. (Beispiel: Baumbewohner!) Dieses scheint eine Art Schutzfunktion zu sein, da die kleinen Spiderlinge relativ viele Fressfeinde in der freien Natur haben.

Spiderlinge sind kleine Jungtiere, die man am besten mit entsprechend großen btw kleinen Futtertieren füttern kann. Am häufigsten werden Heimchen angeboten, diese gibt es bereits als Mikro-Heimchen. Da diese Futtertiere besonders klein sind, eignen sie sich sehr gut als Futter für die kleinen Spiderlinge.

Ausnahme:
Slings/Spiderlinge der sogenannten Zwergvogelspinne (z.B. Cyriocosmus elegans) kann man am besten mit frisch geschlüpften Drosphila füttern. Auch vorher abgetötete Mikro Heimchen kann man ihnen anbieten.

Große Spiderlinge wie beispielsweise von der Gattung Theraphosa kann man bereits mit kleinen btw sogar mittlgroßen Futtertieren füttern. In der Regel werden diese auch gut angenommen. Spiderlinge füttert man am besten alle 2-3 Tage mit je 1-2 Futtertieren, entsprechender Größe.

Wichtig:
Vorsichtig mit zu großen Futtertieren bei Spiderlingen!

Wer zu große Futtertieren seinen Spiderlingen gibt, kann schnell eine unangenehme Überraschung erleben. Sollte sich das Jungtier nämlich unerwartet häuten, so fressen zu große Futtertiere den Sling/Spiderling an und fügen ihm dabei Verletzungen zu, die zum Tode führen können. In wenigen Ausnahmefällen können die Futtertiere den Sling/Spiderling auch komplett auffressen - was mir bereits passiert ist!

Als Juvenile Vogelspinnen werden diese beschrieben, die schon ein paar cm erreicht haben und aus der Spiderlinggröße herausgewachsen sind. Oft sind diese zwischen 3-4 cm Körperlänge groß (mit Ausnahme von einigen klein bleibenden Vogelspinnen!) und haben schon die typische Färbung. Diesen Vogelspinnen kann man alle 2-4 Wochen je 1-2 Futtertiere entsprechender Größe anbieten.

Futter gut einteilen:
Einige Vogelspinnen sind sehr gierige Fresser und können sich relativ schnell überfressen. U.a. Lasiodora parahybana, Theraphosa blondi oder Acanthoscurria geniculata - die immer Hunger haben. Hier sollte man mit den füttern behutsam sein, und damit sich die Tiere nicht unnatürlich überfressen.

Als Subadulte Vogelspinnen werden solche beschrieben, die kurz vor ihrer Geschlechtsreife sind. Adulte Vogelspinnen sind bereits geschlechtsreif. Diesen Tieren kann man allen 2-4 Wochen Futter anbieten. Natürlich sollte auch hier das Futtertier der Größe der Vogelspinne angepasst sein. Die Futtermenge richtet sich hier nach dem Zustand des Opisthosoma - das Verhältnis sollte hier immer 1:1 höchstens 1:1,5 (Vorder,- Hinterleib) sein.

Hinweis:
Adulte Vogelspinnen können auch schon mal über mehrere Monate ohne Futter auskommen. Was jedoch nie fehlen sollte ist eine Wasserschale mit frischen Trinkwasser.

Fresspausen:
Einige Vogelspinnen legen desöfteren eine Fresspause ein, am bekanntesten ist dabei Grammostola rosea, die sogar bis zu einem Jahr Futter verweigern kann. Aber auch Brachypelma albopilosum und andere Vogelspinnen verweigern gerne mal ihr Futter. Dieses kann mehrere Gründe haben u.a. eine bevorstehende Häutung oder die Tiere sind vollgefressen (dann sollte erstmal kein Futter mehr angeboten werden).

Spiderlinge sind ungeeignete Anfänger Vogelspinnen.

Spiderlinge brauchen einen höheren Pflegeaufwand als ihre bereits größeren Geschwister. Ich vertrete hier die Meinung von Volker VON WIRTH, das ein Jungtier ungeeignet ist für einen Anfänger. Die Pflege und der erhöhte Zeitaufwand dürften hierbei die entscheidenden Faktoren dafür sein. Beides wird mehr in Anspruch genommen von einem Spiderling.

www.vogelspinnen-hameln.de Maculata.de