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Autor: Pawel Wojcikowski Oft wird über den Einsatz von Pflanzen in Vogelspinnenterrarien diskutiert. Oft wird angeführt, dass es ein unverhältnismäßig hoher Pflegeaufwand ist dies zu realisieren und die zusätzlichen Störungen der Tiere strikt abzulehnen sind.
Der Pflegeaufwand für die Pflanzen gleicht sich aber in jedem Fall mit dem dadurch gesenkten Gießaufwand aus und wird sicher auch das Wohlbefinden der Tiere steigern, auch wenn eine Haltung ohne Bepflanzung möglich ist. Stellt sich nun die Frage, wie eine pflegeleichte Bepflanzung realisiert werden kann. Als Erstes stellt sich die Frage nach der Beleuchtung. Bei den gewöhnlichen Terrarienheizlampen, den sogenannten "Backofenbirnchen" in 15 und 25 Watt Stärke braucht man sich mit Pflanzen garnicht weiter zu beschäftigen. Die Pflanzen vergeilen und verhungern über kurz oder lang und geben bestenfalls einen guten Kompost ab. Pflanzenleuchten oder sonstige Leuchtmittel sind meist maßlos überteuert und auch nicht im Geringsten brauchbarer. Aufgrund der Absorptionsspektren des Chlorophylls ergeben sich 2 Bereiche im sichtbaren Lichtspektrum, die eine Pflanze benötigt: blaues und rotes Licht. So etwas gibt es für kleines Geld in der richtigen Menge der Anteile zu kaufen. Dabei handelt es sich um ganz gewöhnliche Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen mit einer Farbtemperatur von 6.500K (Kelvin), also die sogenannten Tageslicht bzw. Daylight Lampen. Die Beleuchtungsstärke stellt den 2. zentralen Punkt dar. Sie berechnet sich aus dem Leuchtstrom, der in Lumen (lm) angegeben wird und der Grundfläche des Terrariums und wird angegeben in Lux (lx): 1lx = 1lm pro m². Die meisten Pflanzen sind bei etwa 5000lx gut zu pflegen. Somit ergeben sich ca. 800lm für ein 40x40cm großes Terrarium. Dies gleicht einer Energiesparlampe von 15W. Dies kann sicherlich als Richtwert angenommen werden und macht eine Beleuchtung von 27W oder 33W bei "Großterrarien" von 60-80cm Länge sinnvoll. Der andere zentrale Punkt der Pflanzenpflege ist ein guter Bodengrund. Kokoshumus ist vorneweg genommen völlig ungeeignet und dies nicht nur für Pflanzen, sondern auch für die Tiere selbst. Blumenerde ist zumindest mit Vorsicht zu genießen. Oft verdichtet sie sich sehr stark mit der Zeit und es besteht die Gefahr des Versumpfens, also von nassem, faulenden und stinkenden Schlamm. Es ist zumindest sinnvoll eine gute Portion Sand unterzumischen, zumindest zu einem Drittel. Ideal ist jedoch Walderde oder Gartenerde, wie sie überall draußen selber zu beschaffen ist. Dabei handelt es sich um festes, jedoch strukturstabiles Substrat, welches viele Nährstoffe und dabei wenig organisches Material enthält. Dies stellt den natürlichsten Bodengrund dar, sowohl für Spinnen als auch für die meisten Pflanzen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass dieser schnell auslaugt und eine gelegentliche Düngung nicht schadet oder man eventuell als unterste Bodenschicht 1-2cm Blumenerde ausbreitet, die auch noch ein Zerkratzen der Bodenscheibe durch Sand verhindert. Dünger wurde zwar Gerüchteweise als schädlich bezeichnet, nämlich im Vogelspinnenbuch von Volker von Wirth vom Gräfe und Unzer Verlag, jedoch räumte von Wirth zwischenzeitlich diese Behauptung in einem großen deutschsprachigen Vogelspinnenforum als Fehler ein. Zum Schluss empfiehlt sich die Benutzung von Regen- oder sonstigem kalkarmen Wasser zum gießen. Jedoch bringen die besten Rahmenbedingungen nichts, wenn die Bepflanzung selbst nicht geeignet ist. Genauso wie die Tiere haben auch die Pflanzen bestimmte Ansprüche und es dürfte klar sein, dass die schönste Tropenpflanze in einem Terrarium für Wüstenbewohner keine Überlebenschancen hat und umgekehrt. Stellt sich nun die Frage, welche Pflanzen brauchbar sind!? Es sollten auf jeden Fall Arten sein, deren Wuchs der Terrariengröße entspricht. So sollten die Pflanzen für kleine Würfelterrarien keine großen Blätter oder große Abstände zwischen den einzelnen Blättern haben. Außerdem sollten es nicht zu anspruchslose Arten sein, da diese in den feuchtwarmen Bedingungen eines Regenwaldterrariums förmlich explodieren und dann natürlich viel Arbeit machen. Oft wird man um einen eigenständigen Versuch nicht herum kommen, jedoch gibt es eine Reihe von Pflanzen, mit denen gute Ergebnisse zu erzielen sind. Für Wüstenterrarien: Aloe spec. Echeveria spec. Haworthia spec. (bei allen 3 Gattungen muss auf weiche Stacheln geachtet werden!!!) Crassula spec. (bevorzugt bei Spinnen die kühle Wintertemperaturen benötigen) kleinwüchsige Sansevieria Arten und Sorten bei tiefem Bodengrund oder der Möglichkeit einen Abschnitt großteils wasserdicht abzugrenzen sind Epiphyllum, Rhipsalis und die Hatoria, Rhipsalidopdis Schlumbergera Artengruppe eine Überlegung wert. Für erfahrene Pflanzenhalter sind
Stapelia spec. empfehlenswert. Sie haben den Vorteil, dass sie gegen mechanische
Belastung sehr wiederstandsfähig sind und ihnen die dichten Gespinste von
Chromatopelma, Pterinochilus und anderen Arten wenig ausmachen. Der Nachteil ist
jedoch, dass die Pflanzen bei nur minimal zu feuchtem Bodengrund innerhalb von
wenigen Tagen verfaulen und völlig in sich zusammenfallen, dass kaum etwas von
ihnen übrig bleibt. Für Regenwaldterrarien: kleinblättrige (kletternde) Ficus spec. kleine Bromelien manche Farne manche kleine Orchideen sind zumindest einen Versuch wert Peperomia spec. Fittonia verschaffeltii kleine Calathea und Maranta spec. junge Syngonium spec. (alte Pflanzen klettern und sind zum begrünen von Kokosmatten an der Rückwand von großen Baumbewohnerterrarien geeignet) Chlorophytum (bevorzugt für größere Terrarien ab 40x40x40cm) für große Terrarien: Scindapsus spec. Epipremnum spec. Philodendron spec. Monstera adansonii (M. pertusa) Stephanotis floribunda Dieffenbachia spec. manche Farne an trockeneren Stellen auch Rhipsalis (z.B. in einer mit Erde gefüllten aufgestellten Korkröhre) |
Bepflanzung:
![]() kein muss, aber schön. |