Fachwörter & Abkürzungen

Folgende Fachwörter sollte man sich verinnerlichen, wenn man sich mit Vogelspinnen beschäftigt. Da dieses nicht immer leicht ist, gerade zu Beginn des Hobbys, wird hier ein Nachschlagewerk in alphabetischer Reihenfolge angeboten.
 
 
Abdomen:
Hinterleib der Vogelspinne (nicht korrekte Bezeichnung!)
 
adult:
geschlechtsreif

arboreal:
baumbewohnend

arid:
trocken (trockene Haltung)

Artepitheton:
zweiter Teil des wissenschaftlichen Artnamens (Haplopelma vonwirthi)

Bock:
bezeichnet ein Männchen (fälschlicherweise verwendet!)

Brennhaare:
meist kurze Haare mit Sollbruchstellen, die bei Kontakt abbrechen oder von der Spinne selbst mit den Hinterbeinen abgestreift werden. Verursachen oftmals starken Juckreiz, Hautrötungen, bis hin zu Ausschlägen und Entzündungen auf Schleimhäuten. Werden u. a. zur Verteidigung eingesetzt z.B. bei Störungen im Terrarium.
 
Brennhaarspiegel:
leicht reflektierende Stelle auf dem Ophisthosoma mancher Bombardierspinnen
 
Buchlungen:
Atmungsorgane der Vogelspinne

Bulbus:
Geschlechtsorgan der männlichen Spinne

Carapax:
"Deckel" des Vorderkörpers
 
Cephalothorax:
siehe auch Prosoma

Chelizeren:
Beisswerkzeuge der Vogelspinne, bestehend aus dem Chelizerengrundglied und den Chelizerenklauen

Coxa:
1. Beinglied

Epigastralfurche:
Furche an der Unterseite des Hinterleibs, Geschlechtsöffnung

Embolus:
"Spitze" des Bulbus

Exuvie:
abgestriffene Haut einer Vogelspinne

Femur:
3. Beinglied

Fovea:
siehe auch Thoraxgrube

Fresshaut:
Als 1. Fresshaut wird das Stadium einer Spinne bezeichnet, in dem sie zum ersten mal selbständig Futter aufnimmt und jagt.

Glatze:
kahle Stelle am Ophisthosoma einer "Bombardierspinne" nach dem Abstreifen von Brennhaaren

Genus:
Gattung

Hämolymphe:
blutähnliche Substanz, gleiche Aufgaben wie Blut, meist farblos

humid:
feucht (bezogen auf feuchte Haltung)

juvenil:
Entwicklungsstufe zwischen Spiderling und adulter Spinne

Kokon:
geschlossene Gespinstglocke um die abgelegten Eier

Labium:
Unterlippe, dient u.A. zur Nahrungsaufnahme

Larve: 
zweite Entwicklungsstufe nach dem Schlupf aus dem Ei

Maxillen:
Kauwerkzeuge

Metatarsus:
6. Beinglied

Nymphe:
Entwicklungsstadium nach den Larvenstadien, siehe auch Fresshaut

Ophisthosoma:
Hinterleib der Spinne

Ovar:
Eierstöcke der weiblichen Spinne

Patella:
4. Beinglied

Petiolus:  
dünner Stiel, der Vorder- mit Hinterleib verbindet

Prälarve:
erste Entwicklungsstufe nach dem Schlupf aus dem Ei, (Auch "eggs with legs")

Prosoma:
Vorderkörper der Spinne

Recepticula seminis:
weiterer Teil der weiblichen Geschlechtsorgane

Schienbeinhaken:
Haken am 1. Beinpaar eines adulten Männchens, dienen zum Fixieren des Weibchens bei der Verpaarung

Scopula:
dichte Haarpolster, meist an Tarsus und Metatarsus der Beine und Taster, auch an Chelizeren

Seta (Plural: Seatae):
kurzes versteiftes Haar

Sexualdichromatismus:
unterschiedliche Färbung beider Geschlechter der selben Art z.B. bei Haplopelma sp., Psalmopoeus sp.

Sexualdimorphismus:
unterschiedlicher Körperbau beider Geschlechter der selben Art (oft nach dem Adultstadium zu sehen).

Spermathek:
Geschlechtsorgan der weiblichen Spinne im Körperinneren, dient zur Speicherung des Spermas nach einer Verpaarung

Spermanetz:
besonderes Gespinst, dient zur indirekten Spermaübergabe aus der Geschlechtsöffnung in die Bulben des adulten Männchens

Spiderling/Sling:
Bezeichnung für frisch geschlüpfte Spinnen bis zu einer gewissen Größe

Sternum:
Brustschild an der Unterseite des Vorderkörpers

Stridulationsorgane:
borsten- oder fächerartige Organe die zur Erzeugung von Zisch-Lauten dienen

subadult/semiadult:
Stadium der Spinne vor der Reifehäutung (nur im Nachhinein bei Männchen sicher anzugeben)

Tarsalklauen:
einziehbare Krallen am Ende jedes Tarsus

Tarsus:
7. Beinglied

Taster:
1. Glieder neben den Beisswerkzeugen, oftmals mit Beinen verwechselt

Thoraxgrube:
Vertiefung auf dem Carapax, Ansatzpunkt für Muskeln

Tibia:
5. Beinglied

Tibiaapophysen:
siehe auch Schienbeinhaken

Trochanter:
2. Beinglied

Typusexemplar:
Exemplar einer Art, anhand dessen die Art beschrieben wurde, meist danach in Museen eingelagert



Abkürzungen:

TCF: Traditional Color Form

RCF: Red Color Form

DCF: Dark Color Form

LCF: Light Color Form

WF: Wildfang

NZ: Nachzucht

ENZ: Eigene Nachzucht

DNZ: Deutsche Nachzucht

FH: Fresshaut

KL: Körperlänge

spec.: Zusatz nach dem Gattungsnamen für unbestimmte Arten

ssp.: "subspecies" selten verwendete Bezeichnung bei Vogelspinnen

spp.: Bezeichnung für alle Arten einer Gattung, z.B. Brachypelma spp.- alle Brachypelmen

cf.: "confere"-vergleiche, Zusatz für Spinnen bei denen vermutet wird, dass es sich aufgrund der Optik um eine bestimmte Art handelt

 

Autoren: Stefan Feiler & Donny Skrebba © 2009

www.vogelspinnen-hameln.de Maculata.de