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Bedingt Anfängertaugliche Vogelspinne.
Haltung seit: Juli 2007 Anmerkung: Meine bisherigen Erfahrungen: Von Psalmopoeus irminia halte ich ein Exemplar seit der 2.FH (Fresshaut). Sie zeigen als Spiderling ein sehr Interessantes Verhalten. So lebte mein Exemplar überwiegend am Boden und grub sich regelrecht in diesen ein. Erst ab etwa der 5.-6. FH begann sie dann nach oben zu orientieren. Das Verhalten scheint nach Recherchen "normal" zu sein für einen Spiderling. In der freien Natur haben diese Vogelspinnen viele Fressfeinde, daher suchen sie Schutz am und im Boden. Sie baut sehr schöne ausgedehnte Wohngespinste. Im Terrarium zeigt sich Psalmopoeus irminia sehr scheu, und flüchtet bei der kleinsten Störung in ihr Versteck. Hat sie keine Möglichkeit zur Flucht, so nimmt sie relativ schnell eine Drohstellung ein und schlägt mit den Vorderbeinen nach dem Angreifer. Während der Flucht vollführt sie kurze Sprünge. Bei der Haltung sollte darauf geachtet werden, dass der Bodengrund ständig feucht gehalten wird, um die relativ hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 80 % zu garantieren. Wer Psalmopoeus irminia einen Wassernapf anbietet, kann sie auch häufig beim Trinken am Boden beobachten. Mein Exemplar begibt sich regelmäßig zu ihrem Wassernapf.
Geschlechtsunterschied: Bei Psalmopoeus irminia sieht man sehr gut den Geschlechtsdimorphismus, d.h. das das Männchen nach der Reifehäutung eine völlig andere Farbe hat/annimmt als das geschlechtsreife Weibchen. Zum Vergleich stellte Marie Hülser mir hier zwei Bilder zur Verfügung. Dankeschön!
Zucht: Nachdem ich ein adultes Männchen bekam, welches zuvor noch unverpaart war und kurz zuvor sein erstes Spermanetz gebaut hatte, entschloss ich mich zu einer Verpaarung dieser wunderschönen Vogelspinne. Der 1.Versuch klappte dabei leider gar nicht, da das Männchen sehr ruhig blieb und nur ansatzweise ins Terrarium des Weibchen hinein ging und dann aber recht bald wieder heraus kam. Dies liess mich jedoch nicht resignieren. Ich legte kurzerhand das Terrarium ( Maße 20x20x35cm LxBxH ) auf den Rücken und stupste das Männchen aus der Heimchendose ganz vorsichtig ins Terrarium. Dies funktionierte sehr gut. Bevor ich mich versah fing das Männchen auch schon an zu Trommeln und bewegte sich rhythmisch auf das Wohngespinst des Weibchen zu. Dabei legte er immer mal wieder kleine Pausen ein und trommelte sehr gleichmäßig. Langsam bewegte er sich ins Wohngespinst hinein, wo das Weibchen aber leider nicht zu finden war, da sie zuvor in der Korkröhre zurückgezogen hatte. Nachdem das Männchen langsam und trommelnd den Eingang der Korkröhre erreicht hatte sah man auch schon das Weibchen langsam und ebenso trommelnd herauskommen. Das Männchen verhielt sich sehr vorsichtig, beinah schon etwas ängstlich, hatte man das Gefühl beim Beobachten. Da das Weibchen etwas ungünstig stand, musste dass Männchen sie weiter ins Freie locken, was ihm auch nach wenigen Minuten gelang. Das Weibchen stellte sich sichtbar Paarungsbereit hoch (ähnlich einer Drohstellung) und streckte ihren Hinterleib ebenso in die Luft, während das Männchen sie von unten betrommelte und anschließend beide Bulben abwechselnd einführte und sein Sperma abgab. Ärgerlich war an dieser Stelle das die Akkus meiner Kamera leer waren und ich ausgerechnet dabei freie Sicht gehabt hatte...
Nachdem sich beide Geschlechter friedlich trennten und das Weibchen sich wieder in ihr Versteck zurück gezogen hatte, versuchte ich das Männchen wieder aus dem Terrarium zu holen. Ich nahm die Frontscheibe dazu raus und versuchte das Männchen auf den freien Tisch, auf dem sich das Terrarium befand zu lenken, was mir auch gelang. Jedoch schien sich das Männchen durch irgendwas zu erschrecken (wohl vor meiner Gestalt *g*) und flitzte in null-komma-nix unter den Tisch und blieb dann unter diesem, an einem Tischrand, kopfüber stehen. In diesem Moment wäre es nicht möglich gewesen eine Heimchendose über ihn zu stülpen, da der Tischrand eine Erhebung hat und das Männchen so mühelos am Rand entkommen wäre. Also versuchte ich ihn auf den Tisch zurück zu lenken... Leider klappte mein Plan nicht wirklich! Das Männchen machte plötzlich einen Sprung von dem Tischrand auf meinen Schuh, krabbelte dann in einer unglaublichen Geschwindigkeit bis zu meinem Knieansatz hoch, sprang von da aus zurück auf den Boden und flitzte unter meine Couch (in diesem Momente hatte ich zugegeben eine Sekunde Panik!). Ich zog die Couch schnell weg, sah das Männchen auch schon wieder loslaufen und stülpte ihm dann erfolgreich eine Heimchendose über. Geschafft! Die Geschwindigkeit die das Psalmopoeus irminia Männchen an den Tag lenkte war wirklich sehr beeindruckend.
Kokonbau-Phase: Mein Weibchen baute etwa 8 Wochen später einen schönen großen Kokon. Zuvor aber baute sie eine art Zelt aus Spinnennetz auf den Boden, in der sie sich nun ausschließlich drin aufhielt. Nach 4 Wochen öffnete ich das erste mal das Gespinst und schaute ob alles in Ordnung ist. Dieses wiederholte ich dann 1 mal pro Woche. Nachdem der Kokon etwa 6-7 Wochen bei dem Muttertier war, holte ich den Kokon aus den Terrarium und legte ihn vorsichtig in eine Heimchendose. In die HD legte ich zuvor etwas Küchenrollenpapier, welches leicht angefeuchtet wurde (etwas besprüht). Danach öffnete ich mit einer feinen kleinen Schere den Kokon und fand die ersten Prälarven darin. Nachdem die Prälarven zu Larben wurden fing ich an die kleinen zu zählen. Insgesamt waren 55 Larven am leben.
Literaturverweise:
Psalmopoeus irminia
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Psalmopoeus irminia:
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