Lasiodora parahybana 
MELLO-LEITÀO, 1917
 

Herkunft : Ostbrasilien, Paraiba-Gebiet
Lebensweise : Bodenbewohnend
Körperlänge : 9-10 cm
Temperatur Tags : 22-26 "C
Temperatur Nachts : 18-20 "C
Luftfeuchtigkeit : 70-80 %
Fressverhalten : nimmt Futter sehr gut an.
Nahrung : Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben
Haltung : 40x40x30 cm, 60x40x40 cm
Verhalten : aggressiv
Verteidigung : Bombardieren, Beinschlagen, Abwehrbiss
Deutscher Name : "Brasilianische Riesenvogelspinne"
Erstbeschreibung

 

: MELLO-LEITÃO, C. F. de. (1917a). Notas
  arachnologicas. 5, Especies novas ou pouco
  conhecidas do Brasil. Broteria 15: 74-102.
Unterfamilie : Theraphosinae
Wachstum : schnell wachsende Art
Lebenserwartung : etwa 15 Jahre


Bedingt Anfängertaugliche Vogelspinne.


Lasiodora parahybana, Weibchen mit etwa 7 cm kl
 

Anmerkung:
Lasiodora parahybana gehört zu den größten Vogelspinnen überhaupt.
Sie besitzt sehr unangenehme Reizhaare auf dem Opisthosoma, die sie gerne zur Verteidigung einsetzt.

Meine bisherigen Erfahrungen:

Lasiodora parahybana zählt wohl zu den bekanntesten Vogelspinnen auf der Welt. Durch ihre sehr imposante Körpergröße, mag sie auf einige Menschen zunächst erschreckend wirken. Auch kursieren etliche Gerüchte über diese Großwerdende Vogelspinne. Wovon aber gerade mal ein Bruchteil der Wahrheit entspricht und ich hier nicht näher drauf eingehen möchte.

An die Haltung stellt die große Vogelspinne natürlich ihre Ansprüche. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass man ein entsprechend großes Terrarium für sein Exemplar bereit hält. Eine Grundfläche von 40x40 cm sollte nicht unterschritten werden. Ich habe meine große Lasiodora parahybana in einem Terrarium von 60x40 cm Grundfläche, welches sich sehr gut eignet. Das Terrarium darf aber auch noch größer ausfallen, wenn man den nötigen Platz dafür hat. Hier gilt der Grundsatz "zu groß gibt es nicht!".

Weil Lasiodora parahybana relativ robust ist und einen Haltungsfehler nicht direkt mit ihrem Leben bezahlt, kann man sie auch einem Anfänger an Herz legen. Oft heißt es, diese Vogelspinne sei sehr aggressiv, dieses kann ich nicht bestätigen. Alle Lasiodora parahybana Exemplare die ich hatte bisher, waren zwar hektisch und in die Enge getrieben, relativ wehrhaft, jedoch zogen alle Exemplare den Rückzug an, wenn man sie störte. Auffällig war lediglich, dass ausgiebig von den Reizhaaren (oder auch Brennhaare genannt) sehr häufig gebrauch von gemacht wurde. Diese kleinen feinen Reizhaare wirken sehr unangenehm auf der Haut und verursachen ein starkes jucken. Beim Kontakt mit den Schleimhäuten, kann es zudem zu unschönen Entzündungen kommen. Daher gilt hier Vorsicht!

Bei der Einrichtung des Terrariums kann man handelsübliche Blumenerde verwenden, die man etwa 10 cm hoch einbringt und gut festdrückt. Den Boden kann man mit etwas Moos und einigen Ästen aus dem Wald abdecken. Damit sich Lasiodora parahybana zurückziehen kann, sollte man ihr ein entsprechendes Versteck anbieten. Bei meinem Exemplar nutze ich dazu ein großes halbiertes Korkstück, welches ich seitlich im Terrarium angebracht habe. Zwar nutzt mein Exemplar dieses Versteck nur selten und hält sich ansonsten lieber offen im Terrarium auf, trotzdem ist ein Versteck immer mit einzubringen.

Beim Bodengrund ist darauf zu achten, dass dieser immer gut feucht gehalten wird. Um eine Luftfeuchtigkeit von etwa 70-80% zu gewährleisten. Dazu reicht es aus, wenn man einmal die Woche den Boden gießt. Darauf zu achten ist, dass man keine Staunässe dadurch verursacht.


Receptaculum seminis von Lasiodora parahybana

Zucht:

Anzumerken ist, dass innerhalb der Gattung Lasiodora die Arten eine enorme Ähnlichkeit aufweisen und zumindest optisch betrachtet kaum bis gar nicht zu unterscheiden sind. Dieses führt nicht selten dazu, dass zwei unterschiedliche Lasiodora-Arten verpaart werden.

Hat man jedoch beide Geschlechtspartner von Lasiodora parahybana und sind diese geschlechtsreif, so kann man die Paarung wie folgt angehen... einige Tage bis Wochen vor der Paarung, sollte das Weibchen gut angefüttert werden. Man darf ihr in dieser Zeit ruhig üppig Futtertiere anbieten. Besonders große Schaben werden sehr gerne angenommen. Ist das Weibchen gut angefüttert wurden, kann man das geschlechtsreife Männchen in das Terrarium des Weibchens setzen und eine Paarung starten. I.d.R. fängt das Männchen nach kurzer Zeit das trommeln mit den Tastern an, worauf das Weibchen dann antwortet und ebenfalls anfängt zu trommeln. Dieses Vorspiel kann sich einige hinziehen, bis das Männchen irgendwann nah genug am Weibchen ist und dieses umschlingt und hochhebt, um seine Bulben in ihr zu versenken. Ist die Kopulation vollbracht, trennt sich das Männchen sehr schnell vom Weibchen, um nicht als Nachspeise zu dienen. Ab diesem Zeitpunkt sollte man das Männchen aus dem Terrarium entfernen, da die Weibchen durchaus dem Männchen nacheifern um dieses zu fressen.


Spiderling, frisch gehäutet von Lasiodora parahybana

Nach der Paarung wird das Weibchen weiterhin gut gefüttert. Bis zum Kokonbau können zwischen 6 Wochen und 1 Jahr vergehen. Eine genaue Angabe kann ich hierzu leider nicht geben, da jedes Exemplar unterschiedlich lange benötigt. Aus einem Kokon können 1600 bis 2500 Nachzuchten entschlüpfen. Was man vor einer Paarung unbedingt gut bedenken sollte! Lasiodora parahybana ist bei der Nachzucht nämlich sehr produktiv. Bei der Aufzucht der Nachzucht hat man i.d.R. keine Schwierigkeiten zu erwarten. Die Jungtiere gehen bereits in der 1.FH problemlos an kleine Heimchen dran und überwältigen diese. Das Wachstum ist anfangs als relativ langsam zu beschreiben, ab einer Körperlänge von etwa 3 cm fangen Lasiodora parahybana jedoch an, enorme Wachstumsschübe zu machen, nach jeder Häutung. Dabei steht sie einer Theraphosa blondi im nichts nach. Berichten zu folge haben SCHULZ / SCHULZ von Lasiodora parahybana Exemplaren Kenntnis, die sogar über 10 cm Körperlänge hinaus gingen. Dieses bleibt jedoch diskutable. Die geschlechtsreifen Männchen erreichen sehr große Beinspannweiten von bis zu 30 cm.

www.vogelspinnen-hameln.de Maculata.de