Pamphobeteus antinous
 

Herkunft : Bolivien, Peru
Lebensweise : Bodenbewohnend
Körperlänge : etwa 8-9 cm
Temperatur Tags : 26-28 "C
Temperatur Nachts : etwa 20 "C
Luftfeuchtigkeit : etwa 70-80 %
Fressverhalten : nimmt Futter teils schlecht an
Nahrung : nestjunge Mäuse, Heuschrecken, Schaben, Grillen
Haltung : 40x40x40 cm, 60x40x40 cm (LxBxH)
Verhalten : sehr defensiv, bombardieren
Verteidigung : bombardieren, Flucht, Abwehrbiss
Deutscher Name : Unbekannt!
Erstbeschreibung :
Pocock, R.I. 1903.
On some genera and species of South American Aviculariidae.
Ann. Mag. nat. Hist. (7) 11: 81-115. [p. 91].

Wachstum : relativ schnell
Lebenserwartung : etwa 18 Jahre

Bedingt Anfängertaugliche Vogelspinne.


Bild zeigt meine Pamphobeteus antinous "Peru"

 

Anmerkung:
Diese Vogelspinne erreicht eine stattliche Größe von bis zu 9 cm
Körperlänge. Adulte Tiere nehmen meist schlecht Futter an.


Meine bisherigen Erfahrungen:

Pamphobeteus antinous wird oft im Hobby als Rarität angesehen, obwohl sie schon recht häufig in den Terrarien anzutreffen ist. Dabei ist immer wieder die Rede von einer Bolivien- und Peru Variante, die sich wohl farblich unterscheiden sollen. Annahmen zu folge sollen Exemplare aus Bolivien seltener und heller gefärbt sein. Während die Pamphobeteus antinous aus Peru dunkler gefärbt und wohl auch häufiger erhältlich ist. So wie es auch mein Exemplar auf den Fotos war. Diese bekam ich als Wildfang auf der Börse in der Stadthalle in Fürth.

Diese Vogelspinne wird meistens als aggressiv beschrieben, was ich bei meinem Exemplar überhaupt nicht bestätigen kann. Weder beim einfangen noch beim umsetzen zeigte sich meine Pamphobeteus antinous aggressiv. Ihr Verhalten würde ich als stark defensiv beschreiben - so gehen die Tiere oft in eine art "Deckungsstellung" wenn sie bedrängt werden. Aus dieser Stellung lassen sie sich dann auch nur sehr schwer wegbewegen. Bei anhaltenden Störungen bombardieren die Tiere sehr kräftig mit ihren Brennhaaren. Diese scheinen zumindest bei mir keinen großartigen Juckreiz auf der Haut auszulösen. Was aber bei anderen Haltern anders sein kann - also aufpassen! Denn gelangen diese feinen Brennaare in die Schleimhäute so können sie böse Entzündungen hervorrufen.

Die Haltung von Pamphobeteus antinous sollte in einem geräumigen Terrarium mit einer Grundfläche von mindestens 40x40 cm statt finden. Da diese Vogelspinne sehr groß wird. Der Bodengrund kann aus handelsüblicher Blumenerde bestehen (Graberde ist jedoch besser!), die man etwa 20 cm hoch ins Terrarium ein bringt, um den Tieren das graben zu ermöglichen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Erde gut feucht gehalten wird. Um eine hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 70 bis 80% zu gewährleisten. Ein großes Versteck aus Kork, im Boden sollte immer angeboten werden. Als Bodenabdeckung verwende ich Moos, welches ich aus den Wald geholt habe. Dabei sollte man aufpassen das man im Moos keine Ameisen sich mit ins Haus holt. Da diese u.U. der Vogelspinne gefährlich werden können.

Größere Exemplare von Pamphobeteus antinous, besonders Wildfänge nehmen oft schlecht Futter an. Hier kann man auf Schaben zu greifen, die i.d.R. gerne verspeist werden. Meiner Erfahrung nach verschmähen Sie Mittelmeergrillen komplett so das man ihnen diese gar nicht anbieten brauch. 


Pamphobeteus antinous, juveniles Männchen

Zucht:

Die Nachzucht von Pamphobeteus antinous gestaltet sich nicht immer als ganz einfach. Da im Hobby unterschiedliche Tiere als eine Pamphobeteus antinous angeboten werden. Die wohl bekannteste ist die sogenannte "Peru Variante" die einheitlich schwarz gefärbt ist und am Opsthosoma längliche rötliche Haare besitzt. Diese Variante wurde im Hobby auch schon oft nachgezogen.

Hat man ein solches Pärchen bekommen, ich darf mich stolz als glücklicher Halter eines solchen Zuchtpaares nennen, so kann man einige Woche nachdem das Männchen die Reifehäutung hatte, dieses ins Terrarium des Weibchens setzen. Etwa 2-3 Wochen vor der Paarung sollte man das Weibchen, am besten mit vielen Schaben, anfüttern. Damit dieses nicht das Männchen als Futtertier ansieht und es frisst.

Während der Paarung empfehle ich als Halter mit einem langen Stock oder einer langen Pinzette dabei sitzen zu bleiben und das Paarungsspiel aufmerksam zu beobachten. Da es u.a. vorkommen kann das die beiden Geschlechter aggressiv aufeinander reagieren. Nach erfolgreicher Kopulation sollte man das Männchen möglichst schnell aus dem Terrarium des Weibchens nehmen, damit dieses nicht gefressen wird.

Auch nach der Paarung sollte man dem Weibchen noch einiges an Futter anreichen. Bis das Weibchen einen Kokon baut kann bis zu 1 Jahr vergehen. Wildfangtiere bauen in Gefangenschaft nur sehr selten einen Kokon, oder fressen diesen nach kurzer Zeit einfach auf. Hier liegen mir leider keine weiteren Angaben vor. Die Haltung sollte jedoch mit einer Simulation einer Trockenzeit von etwa 12 Wochen vollzogen werden. Danach sollten die Luftfeuchtigkeitswerte angehoben werden, bis man etwa auf 80% LF wieder angekommen ist. Dieses regt die Weibchen oft dazu an einen Kokon zu bauen. Was jedoch nicht regelmäßig der Fall ist!

Eine Kokonbauphase kündigt sich dadurch an, dass das Weibchen den Eingang ihres Versteckes komplett zumacht mit Erde und Gespinst. Kündigt sich dieses nach einer Paarung an, so sollte man ab dem Zeitpunkt alle Futtertiere aus dem Terrarium holen und das Tier nicht mehr weiter stören. Leider passiert es nicht selten das die Weibchen ohne erkenntlichen Grund den Kokon fressen und es mit der Nachzucht nicht klappt.

Literaturverweise:

Pamphobeteus antinous Pocock, 1903
– Bolivia, Peru

Pocock, R.I. 1903.
On some genera and species of South American Aviculariidae.
Ann. Mag. nat. Hist. (7) 11: 81-115 [p. 91].

Fitchett, R. 1987.
Field guide review: 1. Bolivian steely-blue legged bird eater (Pamphobeteus antinous). 2. Campina Grande salmon pink bird eater (Lasiodora parahybana)Journal of the British Tarantula Society 3(1): 16-17.

Klatter, F. 1998.
Pamphobeteus antinous.
Tijdschrift van Vogelspinnen Vereniging Nederland 6(24).

Tansley, G. 1991.
Pamphobeteus antinous – an unexpected discovery.
Journal of the British Tarantula Society 6(4): 10-11.

www.vogelspinnen-hameln.de Maculata.de