Poecilotheria - Biss Bericht

Ein Bericht über den Biss einer Poecilotheria fasciata.

Größenvergleich mit einer Poecilotheria regalis
 

Am Freitag, den 5. Oktober 2007 passierte es mir, ich wurde gebissen von meiner Poecilotheria fasciata als ich beim Füttern des Tieres einen Moment unachtsam war. Wie dies zustande kam und was danach noch passierte, möchte ich hier einmal öffentlich machen.

Der Biss einer Vogelspinne ist nicht tödlich für den Menschen!

Das Tier hatte eine geschätzte Körperlänge von 2 cm, aber es könnte auch etwas mehr sein. Ich habe dies bisher nicht genau nachmessen können. Ich hatte Sie zur Aufzucht in ein Wurstglas gesetzt. In diesem Wurstglas hatte ich eine kleine Astgabel und etwas Küchenrolle eingewickelt als Versteckmöglichkeit herein gelegt. Der Deckel hatte mehrere selbst gestochene Luftlöcher.

Als ich am Abend Heim kam und endlich wieder neue Heimchen geholt hatte, wollte ich meine kleinen Schützlinge natürlich auch gleich füttern. Also nahm ich mir meine P.fasciata in ihrem Glas und sah, dass sie sich direkt unter dem Deckel eingenistet hatte, wodurch mein Problem anfing...!

Meine Idee war es, den Deckel vorsichtig zu öffnen und leicht das Tier anzupusten, damit es dann nach unten läuft. Also öffnete ich den Deckel und pustete in das Glas. Dabei vergaß ich aber, dass der Deckel eine Wölbung durch die Verschraubung hatte und sich ein etwas größerer Spalt seitlich von mir ebenso öffnete. Das Tier rannte durch diesen Spalt und ich erschreckte mich wodurch das Glas und der Deckel mir fast aus der Hand rutschte.

Ich nehme an, dass ich in diesem Moment dem Tier ein Bein oder so mit meinem Finger eingeklemmt habe. Jedenfalls biss es mich sofort in meinen linken Zeigefinger und ich ließ vor Schreck das Glas und den Deckel auf meinen Wohnzimmertisch fallen.

Der Biss selbst tat nicht weh!

Allerdings war ich sehr unter Stress in diesem Moment und das Tier war weg. Als mir dies im nächsten Moment bewusst wurde, setzte ich mich erst einmal hin und rauchte eine Zigarette. Jetzt bloß keine Panik bekommen, dachte ich mir.

Dann fiel mir ein Satz aus einem VS-Buch ein:

Sie verstecken sich unter dem nächst bestem Unterschlupf.

Also nahm ich mir eine Heimchendose und schaute vorsichtig auf meinen Tisch. Als ich einen Gegenstand anhob, lief sie auch schon darunter hervor. Ich stülpte die Dose über sie und war erst einmal erleichtert. Allerdings merkte ich in diesem Moment, wie mein Finger anschwoll und sich ein leichtes "Taubheitsgefühl" einstellte.

Als ich meine P.fasciata wieder sicher in einer Heimchendose hatte, setze ich mich erst einmal hin und plötzlich wurde mir schlecht und schwummerig vor den Augen. Wobei ich annahm, das dies durch die Stresssituation kam. Später aber wurde mir auch noch übel.

Ich suchte dann einige Zeit später zur Kontrolle das Krankenhaus auf,

welches ich mir aber hätte sparen können. Außer einer Spritze, die meinen Kreislauf stabilisieren sollte, bekam ich nichts und der Arzt war sichtlich ahnungslos was er machen sollte/könnte. Zum glück hatte ich das Buch von Boris F.Striffler mit dabei und konnte ihm die Seite zeigen, was bei Bissunfällen zu tun ist.

Die Kontrolle im Krankenhaus habe ich lediglich getan, weil ich allergisch auf Wespenstiche reagiere und nicht wusste, wie ich auf einen Vogelspinnenbiss reagieren würde. Aber es war ganz anders. Es trat keine allergische Reaktion bei mir auf.

Die Nacht verlief etwas unruhig. Neben einigen Schweißausbrüchen und etwas Schüttelfrost, wobei mir mal warm und mal kalt wurde. Außerdem begleitete mich lediglich etwas Benommenheit und Übelkeit in den Morgen, aber im Laufe des nächsten Tages verschwand dies alles.

Alles was blieb, war eine minimale Schwellung um die Bissstelle.

Am 11.11.2007 verstarb meine Poecilotheria fasciata leider.

Zu meiner Person:
Gewicht zum Zeitpunkt: 85 kg
Körpergröße: 1,89 m
Allergien: gegen Wespenstiche allergisch!
Nachwirkungen bis heute: keine!

Stand: 06.2010

www.vogelspinnen-hameln.de Maculata.de